Schwarm einfangen - Imkerverein Hohes Fichtelgebirge

Imkerverein Hohes Fichtelgebirge   -
Landesverband bayerischer Imker
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Schwarm einfangen

 


Wenn Sie im Großraum Hohes Fichtelgebirge einen Bienenschwarm sehen,
egal ob als schwarze Wolke in der Luft oder als Traube irgendwo hängend,
und es nicht erkennbar ist, dass dessen Besitzer diesem Schwarm folgt,
dann rufen Sie uns bitte umgehend an !

0160 523 84 85

Und bewahren Sie unbedingt RUHE !
Ein Bienenschwarm ist absolut beeindruckend, jedoch kaum angriffslustig !

 
 
 

Bild: Böhner Hilmar, BundNaturschutz, Ortsgruppe Goldkronach

 



Warum schwärmen Bienen ?

Bienenvölker haben von Ende April bis Ende Juli ihre meisten Bienen,
rund 50.000. Dies liegt am jahreszeitlich bedingten überreichen
Nektar- und Pollenangebot. Diesen Umstand nutzt der Bien, um ein
neues Volk auf die Welt zu bringen - das Bienenvolk schwärmt.

Beim Schwärmen zieht die (alte) Bienenkönigin mit rund der Hälfte der
Bienen und viel Honig in deren Mägen (rund 3 bis 4 kg) aus dem Bienenstock
aus und lässt sich irgendwo in der Nähe als "Schwarmtraube" nieder. Von
hieraus starten "Erkundungsbienen" ihre Flüge, um eine neue Behausung zu finden. Innerhalb von 3 Tagen sollte diese gefunden sein, denn die Honigvorräte in den Bienenmägen gehen dann langsam zur Neige. Sollte keine
passende Behausung gefunden werden bzw. setzt starker Regen oder gar
Hagel ein, dann ist das meist das Todesurteil für das junge, neue Volk.

 
 
 
 
 
 
 
 
 


Was passiert mit dem im Stock verblieben Teilvolk ?

Das Restvolk bleibt im Bienenstock zurück und baut mit der neuen Königin
bis zum nächsten Jahr ein kräftiges Volk auf. Jedoch steht dieses Volk in
diesem Jahr nicht mehr für eine Honigernte zur Verfügung.


 

Einfangen eines Schwarmes durch den Imker

Das Prinzip ist einfach und leicht erklärt:
"Nimm die Königin und das Volk kommt automatisch hinterher."

Problem: Wie findet man in einer Traube von 20.000 Bienen die Königin ?

 
 

Nicht immer ist es so unspektakulär wie hier:
Das Volk hat sich brav neben dem Bienenstock auf dem Boden niedergelassen.


 

Jetzt heißt es: In aller Ruhe die Königin suchen (was hier sehr einfach war, denn sie war markiert), in den Stock einbringen und Geduld haben. Die treuen Gefolginnen ziehen nach kurzer Zeit von selbst ihrer Chefin hinterher.

 


Dies ist jedoch nicht immer so leicht. Hängt die Schwarmtraube z.B. an einem Baum, dann ist die Königin meist in deren Zentrum. Das bedeutet, dass man den ganzen Schwarm einfangen muss und hofft, dass man die Königin mit erwischt hat.

 

Arbeitsmaterialien zum Einfangen eines Schwarmes:

* Eimer mit zahlreichen Löchern und Lüftungsgitter
* Sprühflasche mit Wasser
* Feder bzw. Abkehrbesen
* Stichschutz
* stabile Leiter
* Absperrgitter

 


Und bei aller Begeisterung über ein vielleicht bald neues Bienenvolk gilt der Grundsatz:

KEIN SCHWARM (UND IST ER AUCH NOCH SO GROSS) IST ES WERT,
EIN ZU GROSSES RISIKO IN KAUF ZU NEHMEN UND SICH ZU VERLETZEN.

 

Dazu besprüht man den Schwarm zuerst einmal mit einem feinen Wasserstrahl. Dadurch werden die Bienen nass und schwer. Somit erreicht man, dass der Schwam später nach unten fällt und verhindert gleichzeitig ein wirres Durcheinanderfliegen.


Bild: Böhner Hilmar, BundNaturschutz, Ortsgruppe Goldkronach

 

Dann hält man eine ausreichend große und stabile Kiste unter den Schwarm und schüttelt den Schwarm hinein. Diese dabei gut festhalten. Hat man nichts anderes, dann genügt auch eine Schachtel. Bei einem ordentlichen Schwarm wie diesen muss man mit mehreren Kilo rechnen.


Bild: Böhner Hilmar,
BundNaturschutz, Ortsgruppe Goldkronach

 

Jetzt wird die Kiste unter dem Baum gestellt. Befindet sich die Königin darin, begeben sich alle Bienen nach und nach in die Kiste.



Bild: Böhner Hilmar, BundNaturschutz, Ortsgruppe Goldkronach

 

Einige Bienen kehren auch an den Ast zurück, an dem der Schwarm hing. Der Geruch des Volkes haftet noch immer daran. Mit diesen Bienen geht man genauso um wie vorher mit dem Schwarm ...


Bild: Böhner Hilmar,
BundNaturschutz, Ortsgruppe Goldkronach

 


... einsprühen, abschütteln, mit einem Eimer auffangen und ab zu den anderen in die Kiste.




Bild: Böhner Hilmar, BundNaturschutz, Ortsgruppe Goldkronach

 
 
 
 
 
 
 
 
 



Wie geht man mit eingefangenen Schwärmen um ?

Bei Schwärmen unbekannter Herkunft ist auch der Gesundheitszustand unklar.


Deshalb folgende Grundsätze beachten:
* Schwärme nur in Bienenkästen „einlogieren“, die mit Mittelwänden ausgestattet sind. Das vom Schwarm mitgeführte Futter kann auf diese Weise von den Bienen nicht sofort abgelagert werden, da der Schwarm erst noch Waben bauen muss.
* Das Zuhängen einer ausgebauten Mittelwand ermöglicht der Königin, sofort
mit dem Eierlegen zu beginnen. Sobald diese erste Wabe verdeckelt ist, kann
diese Wabe mit den darin gefangenen Varroabilben "entsorgt" werden.
* Als Alternative kann auch eine Behandlung mit Milchsäure erfolgen.
* Schwärme abends einschlagen, um ein Ausziehen zu verhindern !
* Die bessere Alternative zum Einschlagen ist das "Einlaufen lassen".
(Beim Einschlagen fallen nämlich alle Abfallprodukte mit in die Zarge.)
* Eine zwei- bis dreitägige "Kellerhaft" ist nicht unbedingt notwendig, führt jedoch dazu, dass die Bienen ihr mitgebrachtes Futter verbrauchen. Somit sinkt die Gefahr des Ausbruchs von möglicherweise mitgebrachten Krankheiten.
* Die Bruttätigkeit des Schwarmes in den folgenden Wochen sehr sorgfältig
beobachten, bei krankhaften Veränderungen der Brut sofort Fachmann zu
Rate ziehen (eventuell Wabenprobe an Untersuchungsstelle schicken).

 
 
 
 
 

Nicht immer geht allles ganz reibungslos: Der Schwarm will nicht so recht in sein neues Zuhause. Die eine Hälfte ist drin, die andere Hälfte ist wieder ausgezogen und hat die Nacht vor der Hütte verbracht. Tags darauf wurden die Ausreißer erneut in die Kiste gekehrt und blieben diesmal drinn.


 

Weitere wertvolle Informationen:

 
 
 
 
 
 




Viel Spaß bei der kleiner Bildershow von Bienenschwärmen
Die Aufnahmen wurden im Internet gefunden. Urheber konnten oft nicht ermittelt werden.
Damit die Textfelder sichtbar werden, die Maus nicht über den gelben Bereich bewegen.

 
 
 
 


§   Rechtliche Grundlagen   §

Ein Bienenschwarm wird herrenlos, wenn ihn der Eigentümer nicht
unverzüglich verfolgt oder wenn er gar die Verfolgung aufgibt (§ 961 BGB).

Verfolgt der Eigentümer seinen Bienenschwarm, dann darf er (mit der Ab-
sicht, diesen einzufangen) auch fremde Grundstücke betreten (§ 962 BGB).

Sobald ein Schwarm jedoch herrenlos ist, ist er zur Aneignung durch Dritte
frei. Das bedeutet, dass dieser Bienenschwarm bereits während des Ein-
fangens das Eigentum des Einfängers ist. Für uns bedeutet das, dass wir
beim Einfangen eines herrenlosen Schwarmes ebenfalls fremde Grund-
stücke betreten dürfen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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