Volksbegehren Artenvielfalt - Imkerverein Hohes Fichtelgebirge

Imkerverein Hohes Fichtelgebirge   -
Landesverband bayerischer Imker
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Volksbegehren Artenvielfalt

 

Sehr geehrte Leser,

um es gleich vorwegzunehmen: Wir sind nicht mit allen Punkten einverstanden, die im Gesetzentwurf des Volksbegehrens "Artenvielfalt" aufgeführt sind.

Schon gar nicht mit dem Titel "Rettet die Bienen". Unsere Bienen haben es zugegebenermaßen nicht leicht, aber man muss ganz klar festhalten:
"Es gibt kein (Honig-)Bienensterben !"

 

Lesen Sie dazu das Interview mit Dr. Werner von der Ohe vom LAVES-Institut für Bienenkunde in topagrarONLINE vom 21.5.2018:

 
 
 
 
 
 


Die Biene hat sich in den letzten Jahren als ein SYMPATIETRÄGER entwickelt. Den Initiatoren geht es aber nicht um die Honigbiene, sondern um Wildbienen, Käfer, Ameisen, Schmetterlinge, Biber, Hamster, ...



Hier haben Sie die Möglichkeit, sich OBJEKTIV zu informieren:

-> besuchen Sie einen unserer Vorträge
-> erfahren Sie (statistische) Fakten in unseren "
Grundsätzlichen Fragen"
->
Walter Heindl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), stellt die     Sicht der Landwirte in seinem "Offenen Brief" vom 23. Januar 2019 dar
-> die
CSU schildert ihren Standpunkt in einem "Positionspapier"
-> das sagt Dr. Andreas Fleischmann von der Botanischen Sammlung München
-> Neun-Punkte-Plan gegen das Insektensterben


 
 


Grundsätzliche Fragen bezüglich des Volksbegehrens:

1) Inhalt Volksbegehren ?
Grundsätzlich geht es um die Änderung des Bayerischen Naturschutzgesetzes:
- dauerhafte Sicherung/Entwicklung der Artenvielfalt
- Ausweitung des ökologischen Landbaus
- größere Berücksichtigung in Lehr- und Bildungsplänen
- stärkere „Vernetzung" und „Restrukturierung" der Landschaft
- Biotopverbünde schaffen
- Förderung alter Kultursorten
- Beschränkung der Beleuchtung (bei sensiblen Flächen)
- verbesserter Schutz bei Gewässern
- Verbot von Pestiziden außerhalb landwirtschaftlich genutzer Flächen

2) Seit wann wird von Insektensterben gewarnt ?

- Mitte des 19. Jahrhunderts (Frühphase der Agrarrevolution)
- verstärkt Berichte in den 1960er und 1970er Jahren
- 2005 Zustandsbericht „Millennium Ecosystem Assessment"
- Knalleffekt durch die „Krefelder Studie" (18.10.2018)

3) Ist Bienensterben und Insektensterben dasselbe ?
- das ist ein gewaltiger Unterschied
- es gibt kein „Bienensterben" im eigentlichen Sinne
   (Bienen haben es sehr schwer, aber es gibt Imker, die sich um sie kümmern)
- es gibt aber ein massives Insektensterben, denn sie haben niemenden

4) Welche Bedeutung haben Insekten für unser Leben ?
- Bestäubungsleistung:
   (alleine die Biene erbringt so einen Wert von ca. 122 Mrd. €/Jahr weltweit)
- rund 85% unserer Nutz- und Wildpflanzen sind auf Bestäubung angewiesen
- Beginn vieler Nahrungsketten
- beseitigen Nahrungsabfälle/Tierkadaver
- leider haben Insekten bei den meisten Menschen keine Lobby

5) Welche Gründe sind für das Insektensterben verantwortlich ?
- Auswirkungen der intensiven Landwirtschaft
- enormer Flächenfraß der Städte und Gemeinden
- „Lichtverschmutzung"
- moderne Gartengestaltung, Pestizide durch Hobbygärtner
- die „Klimaveränderung" ist mal ausnahmsweise nicht schuld

6) Wie groß ist der Flächenfraß der Städte/Gemeinden ?
- pro Tag verschwinden deutschlandweit 104 Hektar Land
- das entspricht 2/3 der Fläche des Bodensees
- von 1992 bis 2015 vergrößerte sich die Siedlungsfläche um 29,7%
- die Verkehrsfläche vergrößerte sich in diesem Zeitraum um 10,1%

- in Bayern verschwindet eine Fläche von 16 Fußballfeldern täglich
- damit ist Bayern Spitzenreiter in Deutschland !

7) Welchen Einfluss hat die Landwirtschaft auf Insekten ?
- einen sehr großen (46,9% der Fläche Bayerns sind landwirtschaftlich genutzt)

8) Welche Einflussfaktoren wären das genau ?
- Flurbereinigung der 1960er und -70er: Hecken geben Struktur und sind das
   zentrale Element für Insekten (aber auch Kleinsäuger, Amphibien, Vögel, ...)
- Mähen riesiger Flächen in kürzester Zeit (=> Nahrungsmangel)
- Verwendung von „Aufbereitern" (=> Insekten werden erschlagen)
- Silage: bis zu sechsmaliges Mähen pro Jahr (=> Nahrungsmangel)
- Maisanbau: kaum Nektar, minderwertiger Pollen (=> Nahrungsmangel)
- riesige Monokulturen (=> Nahrungsmangel, Barriere für Wildbienen)
- "Ackerbegleitflora" wird mit Herbiziden (z.B. Glyphosat) ausgemerzt
   => all diese Punkte verursachen v.a. einen gewaltigen
NAHRUNGSENGPASS
- Problem der Überdüngung und der „Luftdüngung mit Stickstoff"
   => Insekten suchen zur Eiablage Pflanzen, die im Nährstoffmangel stehen
- Pestizide (Pflanzenschutzmittel)
   => sie wirken sich auf "Schädlinge" und "Nützlinge" gleichermaßen aus
   => Problem der Abdrift
   
=> die Anwendung i.d. Landwirtschaft ist nicht Inhalt dieses Volksbegehrens

9) Wer trägt letztendlich die Schuld an dieser Situation ?
- ganz eindeutige Antwort: die POLITIK
- die „Auswüchse" in der intensiven/industriellen Landwirtschaft als auch der
   Flächenverbrauch der Städte/Kommunen erfolgen im Rahmen von RECHT
   und GESETZ !
- Das komplette SYSTEM, das einen Kniefall vor den Lobbisten der milliarden-
   schweren chemischen Industrie macht, gehört an den Pranger gestellt !
-
Nicht unbedingt der einzelne Landwirt !

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


In einem
"Offenen Brief" vom 23. Januar 2019 stellt Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbands, die Gegenargumente der Landwirtschaft dar.
Er ist hier als pdf (auch zum Download) hinterlegt:

 
 
 
 
 
 
 


Die
CSU hat in einem "Positionspapier" ihre Meinung klar dargestellt. Auch sie ist hier als pdf (auch zum Download) hinterlegt:

 
 
 
 
 
 
 


Interview von Dr. Andreas Fleischmann
(Botanische Staatssammlung München)
durch den Fränkischen Tag:

 
 
 
 
 
 
 


... sowie sein
Interview beim
TAGESGESPRÄCH auf BR 2
vom 05.02.2019 von 12 bis 13 Uhr:

 
 
 
 
 
 


MÜNCHNER RUNDE (BR Fernsehen)
vom 06.02.2019
"Streit um die Bienen !"

 
 
 
 
 
 


Werner Eckert, SWR, kommentiert das erfolgreiche Volksbegehren zum Artenschutz in der tagesthemen (ARD):

 
 
 
 
 
 


Neun-Punkte-Plan gegen das Insektensterben:
Namhafte europäische Wissenschaftler präsentieren auf dem internationalen Insektenschutzsymposium am Naturkundemuseum Stuttgart einen Maßnahmenplan zur Bekämpfung des Insektensterbens.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Und was ist mit den Pestiziden in der Landwirtschaft ?
- sie sind nicht Gegenstand diese Volksbegehrens
-
50.000 Tonnen pro Jahr in Deutschland
- Unbedenklichkeitsstudien werden
vom Hersteller in Auftrag gegeben
- Zulassungsbehörden prüfen aus „Zeit-/ Personalmangel" schlecht bis kaum
- Zulassung werden dennoch erteilt
- warum soll sie Landwirte also nicht verwenden
- Bodenfruchtbarkeit sinkt dramatisch
- Düngung ist somit zwangsläufig notwendig ("Wer spritzt muss auch düngen !")
- Pestizide werden in vier Gruppen (B1 bis B4) eingeteilt
   B1/B2:
bienengefährlich: nicht für blühende Bestände
   B3/B4:
bienenungefährlich: für blühende Bestände
- ausschlaggebend ist der
LD 50-Test (LD: letale Dosis)
- Problem: selbst wenn keine Biene stirbt, ist ein Volk schon existenziell bedroht
- in Rapshonig werden immer wieder Fungizide und Insektizide nachgewiesen
- v.a. Neonicotinoide (Nervengift) sind sehr gefährlich (z.B. Clothianidin)
- damit werden Samenkörner gebeizt (ummantelt)
- der Wirkstoff ist später in der kompletten Pflanze (auch dem Fruchtkörper)
- Clothianidin z.B. ist 5.000 mal stärker als das Supergift DDT der 1970er
- bereits 0,000005 mg führen bei einer Biene schon zum Orientierungsverlust
- es enstehen sog "Alzheimerbienen" (Prof. Dr. Randolf Menzel)
- sie sind wasserlöslich, reichern sich also im Boden an
- bauen sich nur sehr langsam ab (Halbwertszeit bis zu 18 Jahre)
- deshalb verhängte die EU auch ein Anwendungsverbot am 27. April 2018
- der Weltagrarrat fordert schon lange die
Rückkehr zu traditionellen
  Anbauweisen

 


Unterzeichnen Sie auch die PETITION des Imkermeisters Thomas Radetzk an den Deutschen Bundestag

http://www.pestizidkontrolle.de

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Besucherzaehler
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü